Amsterdam: Ein Fahrradparkhaus unterhalb der Wasseroberfläche

Die Niederlande sind bekannt für ihre eindrucksvolle und alltagstaugliche Radverkehrsinfrastruktur und die vielen Fahrräder, die überall zu finden sind. Vor einigen Jahren hat die Stadt Utrecht mit dem weltweit größten Fahrradparkhaus (wir berichteten) auf sich aufmerksam gemacht. Seit Anfang 2023 zeigt auch die Stadt Amsterdam mit zwei neuen Fahrradparkhäusern, wie Fahrradparken mit toller Architektur und einem positiven Nutzer:innenerlebnis aussehen kann. Um die begrenzten Flächen rund um den Hauptbahnhof dem Fußverkehr und den ÖPNV-Haltestellen widmen zu können und Konflikte zu vermeiden, hat die Stadt die beiden Fahrradparkhäuser unter Wasser gebaut – beidseitig des Hauptbahnhofes.

Zusammen bieten die beiden Fahrradparkhäuser Platz für 11.000 Fahrräder. Der Zugang erfolgt über eine Rolltreppe. Durch das offene Hafenbecken entsteht der Eindruck, ins Wasser hinein zu fahren. Unterirdisch können die U-Bahn und auch der Hauptbahnhof direkt erreicht werden, was die multimodale Verknüpfung zwischen Bahn und Fahrrad vereinfacht [1].

Eingang Amsterdam Fahrradparkhaus unterhalb der Wasseroberfläche
Zufahrt zum Parkhaus über Rolltreppen (Foto mit freundlicher Genehmigung von Gregor Gaffga)

Parkhäuser haben oft die Problematik einer mangelnden sozialen Sicherheit und ein eher negativ konnotiertes Image. Nicht so in Amsterdam: Für die einladende Ästhetik mit fließenden Linien, Holz verkleideten Wänden, Kunstinstallationen und einer dezenten Beleuchtung wurde das Fahrradparkhaus sogar ausgezeichnet. Das luftige Design sorgt für eine gute Orientierung und verhindert Angsträume [2], was sich positiv auf das Nutzer:innenerlebnis auswirkt.

Abstellanlagen in Amsterdam Fahrradparkhaus unterhalb der Wasseroberfläche
Fahrradparkhaus unterhalb der Wasseroberfläche (Foto mit freundlicher Genehmigung von Gregor Gaffga)

Zugangsbeschränkung und Serviceangebote wie OV-fiets oder eine Radstation werden in gleicher Weise angeboten wie in anderen niederländischen Fahrradparkhäusern, was den Nutzenden ebenfalls zu Gute kommt, da es sich um altbekannte Dienste handelt, die das Radfahren attraktiver machen.

Dieses imposante Video im Zeitraffer zeigt den Bau des Fahrradparkhauses: https://www.youtube.com/watch?v=QZcq3R91YZM

Dieses Best Practice zeigt, dass es nicht nur darum geht, Angebote zu schaffen und diese auf eine nutzer:innenfreundliche und intuitive Art an andere Verkehrsträger anzubinden, sondern dass auch die bauliche Ästhetik eine wichtige Rolle spielt, um Verhaltensmuster positiv zu beeinflussen. Falls ihr mehr zum Thema User Experience erfahren wollt, schaut euch doch diesen Artikel an.

Weitere Best Practices zeigen wir auf unserer Karte

Zur Newsletter-Anmeldung.

Quellen:
[1] https://dutchcycling.nl/knowledge/cycling-news/neues-unterwasser-fahrradparkhaus-am-amsterdamer-hauptbahnhof/, abgerufen am 23.05.2023
[2] https://www.bba-online.de/news/unterwasser-fahrradparkhaus-amsterdam/, abgerufen am 23.05.2023