Zürich: Stadttunnel unter dem Hauptbahnhof

Stadttunnel unter dem Hauptbahnhof

In Zürich bietet der „Stadttunnel“ eine komfortable Möglichkeit, mit dem Fahrrad (in der Schweiz „Velo“) den Hauptbahnhof zu unterqueren. 

Schon die Entstehungsgeschichte ist spannend: der Tunnel wurde nämlich nicht extra gebaut, sondern war im Rohbau bereits vorhanden und sollte ursprünglich Teil eines Autobahnprojekts mitten in der Stadt Zürich werden. Vor der Umsetzung der Umfunktionierung zum Fahrradtunnel musste sogar ein Rückbau im Jahr 2041 einkalkuliert werden, bis das Autobahnprojekt 2023 vom Parlament endgültig aus Netzbeschluss und Nationalstrassenverordnung gestrichen wurde.

Einfahrt in die Radstation
Einfahrt in die Radstation

Neben der Verbindungsfunktion bietet der 320 Meter lange Tunnel auch Anschluss an den öffentlichen Verkehr. Über eine Radstation mit 1240 Abstellplätzen (das natürlich nur 10 % der Abstellplätze des weltweit größten Fahrradparkhauses in Utrecht sind, aber immerhin genauso viele wie in Tübingen) gelangt man direkt in die Silquaipassage mit Zugang zu den Gleisen. Die Radstation kann für 48 h kostenfrei genutzt werden und wird von der AOZ (Fachorganisation für Migration, Integration und Bildung) betrieben.

Über Leuchttafeln werden freie Abstellplätze im Fahrradparkhaus angezeigt.
Über Leuchttafeln werden freie Abstellplätze im Fahrradparkhaus angezeigt.
Neben Abstellplätzen für normale Fahrräder steht eine Fläche für etwa 115 „Spezialvelos“ wie Lastenräder oder Fahrradanhänger zur Verfügung. Auch gibt es eine Stellfläche für Elektrofahrzeuge mit Lademöglichkeit.
Neben Abstellplätzen für normale Fahrräder steht eine Fläche für etwa 115 „Spezialvelos“ wie Lastenräder oder Fahrradanhänger zur Verfügung. Auch gibt es eine Stellfläche für Elektrofahrzeuge mit Lademöglichkeit.
Ausfahrt aus der Radstation in den Stadttunnel
Ausfahrt aus der Radstation in den Stadttunnel
Blick in den Tunnel in Richtung Kasernenstrasse
Blick in den Tunnel in Richtung Kasernenstrasse

Die Fahrbahnbreite im Tunnel beträgt sechs Meter, die erlaubte Höchstgeschwindigkeit sind 20 km/h. Nutzen dürfen den Tunnel Fahrräder, E-Bikes, E-Mofas, E-Leichtmotorfahrzeuge und Kleinmotorräder mit Elektroantrieb. Fußgänger:innen dürfen den Tunnel nicht betreten.

Blick zum Ausgang Hauptbahnhof
Blick zum Ausgang Hauptbahnhof
Eingang zur Radstation von der Sihlquaipassage im Hauptbahnhof
Eingang zur Radstation von der Sihlquaipassage im Hauptbahnhof
Abzweigung und Rampe Konradstrasse
Abzweigung und Rampe Konradstrasse

Der Tunnel wurde im Mai 2025 nach etwa dreijähriger Bauzeit eröffnet, bis November 2025 haben ihn über 580000 Radfahrende genutzt, das sind etwa 4000 Radfahrer pro Tag. An einem Tag im Juni wurden sogar rund 7000 Radfahrende gemessen. Die Gesamtkosten beliefen sich auf umgerechnet 41,4 Mio. €.

Weitere Infos zur Geschichte des Projekts findest du auf der Seite der Stadt Zürich: Stadttunnel | Stadt Zürich

Weitere Best Practices zeigen wir auch auf unserer Karte

Zur Newsletter-Anmeldung.