
In Zürich bietet der „Stadttunnel“ eine komfortable Möglichkeit, mit dem Fahrrad (in der Schweiz „Velo“) den Hauptbahnhof zu unterqueren.
Schon die Entstehungsgeschichte ist spannend: der Tunnel wurde nämlich nicht extra gebaut, sondern war im Rohbau bereits vorhanden und sollte ursprünglich Teil eines Autobahnprojekts mitten in der Stadt Zürich werden. Vor der Umsetzung der Umfunktionierung zum Fahrradtunnel musste sogar ein Rückbau im Jahr 2041 einkalkuliert werden, bis das Autobahnprojekt 2023 vom Parlament endgültig aus Netzbeschluss und Nationalstrassenverordnung gestrichen wurde.

Neben der Verbindungsfunktion bietet der 320 Meter lange Tunnel auch Anschluss an den öffentlichen Verkehr. Über eine Radstation mit 1240 Abstellplätzen (das natürlich nur 10 % der Abstellplätze des weltweit größten Fahrradparkhauses in Utrecht sind, aber immerhin genauso viele wie in Tübingen) gelangt man direkt in die Silquaipassage mit Zugang zu den Gleisen. Die Radstation kann für 48 h kostenfrei genutzt werden und wird von der AOZ (Fachorganisation für Migration, Integration und Bildung) betrieben.




Die Fahrbahnbreite im Tunnel beträgt sechs Meter, die erlaubte Höchstgeschwindigkeit sind 20 km/h. Nutzen dürfen den Tunnel Fahrräder, E-Bikes, E-Mofas, E-Leichtmotorfahrzeuge und Kleinmotorräder mit Elektroantrieb. Fußgänger:innen dürfen den Tunnel nicht betreten.



Der Tunnel wurde im Mai 2025 nach etwa dreijähriger Bauzeit eröffnet, bis November 2025 haben ihn über 580000 Radfahrende genutzt, das sind etwa 4000 Radfahrer pro Tag. An einem Tag im Juni wurden sogar rund 7000 Radfahrende gemessen. Die Gesamtkosten beliefen sich auf umgerechnet 41,4 Mio. €.
Weitere Infos zur Geschichte des Projekts findest du auf der Seite der Stadt Zürich: Stadttunnel | Stadt Zürich
Weitere Best Practices zeigen wir auch auf unserer Karte.
