DB Lightgate: Echtzeitanzeige und Prognose der Auslastung bei S-Bahnen

Fahrgastinformation an der Station Hammerbrook der S-Bahn Hamburg mit Echtzeitanzeige der Auslastung
Abbildung 1: Dynamische Fahrgastinformation an der Station Hammerbrook mit Anzeige der nächsten Züge, Auslastung und Halteposition.

Auf einen Blick sehen, wann die nächste S-Bahn fährt und wie voll sie ist? Das ist in Hamburg durch die Integration von DB Lightgate inzwischen Alltag. Dahinter steckt ein System zur Erfassung und Anzeige in Echtzeit sowie zur Prognose der Auslastung der S-Bahn-Züge. 

Wie das funktioniert? Der Name ist hier Programm: jeweils nach der Abfahrt aus einer Station passiert jeder Zug eine streckenseitige Einrichtung („Gate“), welche mit Laser durch die Fenster des Zuges leuchtet. Anhand der Durchlässigkeit und erkannter Muster wird daraus die Auslastung wagenscharf bestimmt. Zusätzlich ist dadurch eine Erkennung des eingesetzten Fahrzeugtyps sowie die Bestimmung der mittleren gefahrenen Geschwindigkeit möglich.

Die ermittelte Echtzeitauslastung wird an den Folgestationen auf den Anzeigen der dynamischen Fahrgastinformation in drei Stufen nach einer Ampellogik dargestellt. Grün bedeutet, dass der Wagen wenig oder kaum ausgelastet ist. Ein gelber Wagen ist gut ausgelastet, meistens findet man dennoch einen Sitzplatz. Rot schließlich kennzeichnet einen sehr vollen Wagen. Einziges Manko: stark beschlagene Scheiben führen in Grenzfällen zu einer fälschlichen, roten Auslastung.

Mit dieser Anzeige wird eine Fahrgastlenkung erreicht, indem die intrinsische Motivation der Fahrgäste angesprochen wird, in einem möglichst leeren Wagen zu fahren. Dies kann gerade in den Hauptverkehrszeiten den Fahrgastwechsel beschleunigen und damit zu weniger Verspätungen führen.

Damit sich die Fahrgäste bereits entsprechend am Bahnsteig hinstellen können, werden die exakten Haltepositionen der einzelnen Wagen dargestellt (im Bild A bis I). Hierfür werden alle Stationen schrittweise mit der Kennzeichnung von Gleisabschnitten ausgerüstet, die viele Reisende bereits aus dem Fernverkehr kennen. Bei der S-Bahn entspricht ein Abschnitt genau einem Wagen (ca. 22 Meter), sodass eine sehr einfache und intuitive Zuordnung möglich ist.

Neben der Fahrgastinformation und -lenkung können die erfassten Daten auch für diverse interne Anwendungsfälle für die Betriebssteuerung und Analyse genutzt werden.

Das Pilotprojekt an der Station Berliner Tor in Hamburg startete im Jahr 2013, die Prognose unter Nutzung künstlicher Intelligenz ist seit Juni 2025 ausgerollt. Mit dieser Prognose sind auch Daten verfügbar, wenn sich der Zug noch einige Stationen entfernt befindet oder mal keine Messdaten zur Verfügung stehen. Damit bleibt den Fahrgästen immer ausreichend Zeit, sich am Bahnsteig zu verteilen.

Neben Hamburg ist Lightgate inzwischen auch bei den S-Bahnen Berlin und München sowie in Frankfurt und Leipzig im Einsatz. In den jeweiligen Anwendungen kommen unterschiedliche Aspekte und Ausbaustufen des Systems zum Einsatz, eine netzweite Erfassung und Prognose findet jedoch bisher ausschließlich in Hamburg statt.

Weitere Best Practices zeigen wir auch auf unserer Karte

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